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Pflanzensteckbriefe

Basilikum | Brennessel | Zitronenmelisse | Pfefferminze | Holunder | Ingwer |
 
  
Bild Basilikum

Der Basilikum (lat. ocimum basilicum) ist als Gewürzpflanze bekannt und gehört zur Familie der Lippenblütler. Weniger bekannt sind seine Eigenschaften als Heilpflanze

Basilikum wirkt positiv auf die Verdauungsorgane, ist nervenstärkend, hilft bei Migräne und findet Anwendung in der Frauenheilkunde.

Die Vorzüge von Basilkum bei der Linderung von Periodenkrämpfen und zur Regelung von Menstruationsblutungen sind in der Literatur beschrieben. Auch gegen Wechseljahrsbeschwerden wird Basilikum verwendet, Beta-Sitosterol besitzt Ähnlichkeit mit Östrogen  Stigmasterol kann den Eisprung auslösen.

Frische, zerkleinerte Blätter helfen bei Insektenstichen.

Das ätherische Öl wird traditionell gegen nervöse Beschwerden und Migräne eingesetzt, dabei kann man es äußerlich oder in einer Duftlampe anwenden.

Bekannte Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Basilischer Kampfer, Cineol, Menthol, Thymol, Methylcavicol, Anethol, Kampfer, Gerbstoff, Saponine, Flavonoide, Farnesol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol

Andere Namen

Basilge, Basilienkraut, Braunsilge, Josefskräutlein, Hirnkraut, Königskraut, Königsbalsam, Krampfkräutel, Nelkenbasilie, Suppenbasil

Eigenschaften

antibakteriell, beruhigend, diuretisch, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend,
tonisierend

Anwendungsgebiete (traditionell)

Fieber, Magenprobleme und -krämpfe, Blähungen, Darmprobleme, Verstopfung, Gicht, Entzündungen allgemein, Blasenentzündungen, Magenkrämpfe, Nervenleiden, Schwindel, Migräne, Menstruationsstörungen, Hautunreinnheiten, Verstopfung, schlecht heilende Wunden, Insektenstiche, Gemütsverstimmungen, Angst.

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Bild Brennessel

Die Brennessel (Urtica dioica)  ist eine sehr bekannte Pflanze, sie genießt aber nicht den besten Ruf, denn schließlich kennt auch fast jeder die Wirkung nach dem Kontakt mit ihr. Die Brennessel ist in Mitteleuropa heimisch und stellt keine besonderen Ansprüche an ihren Standort. Die Pflanzen wachsen in Gruppen und treten häufig auf kultiviertem Boden auf.

 Die ausgewachsene Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden, man erkennt sie an der typischen Sägeform der Blätter, die mit Haaren besetzt sind. Diese Haare sind für die Brennwirkung verantwortlich, da sie beim Kontakt mit dem Körper abbrechen und dabei das Nesselgift freisetzen. Die eher unscheinbaren Blüten hängen von oberen Blattständen herab und habe gelbliche bis gelbgrünliche Färbung.

Die Brennessel hat traditionell die "Entgiftung" als Thema.

Sie gilt als eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze. Im Rahmen einer Frühjahrskur angewendet, kann sie helfen, den Körper von den Schlacken des Winters zu befreien. Sie wird als Tee getrunken, die älteren Zubereitungsformen als Salat oder wie Spinat sind leider etwas in Vergessenheit geraten, obwohl sie gerade mit anderen Kräutern zusammen genossen, eine schmackhafte Alternative bieten können.

Als Tinktur massiert man die Brennessel in die Kopfhaut ein. Man sagt ihr Wirkung gegen den Haarausfall nach.

Brennessel ist Bestandteil fast aller Nieren- und Blasentees aufgrund ihrer nachgewiesenen diuretischen Wirkung. Sie wird aufgrund der Fähigkeit, den Körper bei der Giftausscheidung zu unterstützen, auch bei Rheuma und Gicht seit langer Zeit angewendet. Die Samen gelten als Kraftspender und sind bei Erschöpfungszuständen häufig angewendet worden. Die in früheren Zeit beliebten "Brennesselbäder" oder das "Brennessel-Schlagen", bei dem Rheumapatienten sich in eine Badewanne legten, die mit Brennesseln gefüllt war oder sich mit Büscheln der Pflanze am nackten Körper schlagen ließen, sind aufgrund der möglichen Überreaktionen gegen das Brennesselgift nicht zu empfehlen. Brennessel enthält sehr viel Histamin.

Bekannte Inhaltsstoffe

Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Eisen, Histamin, Sekretin

Andere Namen

Donnernessel, Grosse Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel

Eigenschaften

blutreinigend, blutbildend, blutstillend, entwässernd, entgiftend, kräftigend.

Anwendungsgebiete (traditionell)

Harnwegserkrankungen, Rheumatismus, Gicht, Haarausfall, Schuppen, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Durchfall, Magenschwäche, Nierenschwäche, Diabetes (unterstützend), Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden

 

 

Brennnessel-Rezepte:

Brennnessel-Pesto

Zutaten: Brennnesselspitzen, Öl, Pinienkerne, Parmesan, Salz

3 handvoll klein geschnittene  Brennnesselspitzen, zerhackte Pinienkerne und geriebenen Parmesan, 4 EL kaltgepresstes Öl und Salz vermengen zu einer Paste.

 

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Bild Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist traditionell eine "Alleskönnerin" unter den Heilpflanzen. Sie ist mehrjährig, muss wenig gedüngt werden und blüht meistens im Juli und August. Es empfiehlt sich, die Blätter im Juni bis Juli zu ernten und bei trockenem Wetter zu sammeln. Die Blätter sollten im Schatten getrocknet werden. Ihre zitronenartiger, frischer Geschmack zeichnet die Melisse nicht nur als Heilplfanze, sondern auch als Küchenkraut und gerade in den Sommermonaten zum Verfeinern von Getränken aus. Melissentee ist ebenfalls ein Genuss, auch gekühlt mit frisch gepresster Zitrone.

Melisse hat als Thema das "gute Herz", die "ruhige Hand", Ausgeglichenheit, gute Nerven.

In der Volksmedizin hat die Zitronenmelisse seit langer Zeit eine wichtige Bedeutung. Schon Hildegard von Bingen beschrieb sie im 12. Jahrhundert als wahres Wunderkraut mit der Heilkraft von 15 Kräutern und empfahl sie bei Schwindel, Kopfschmerzen, Rheuma und Magenbeschwerden. Ihre Blätterform schrieben der Melisse als Herzmittel gemäß der "Signaturenlehre", bei der man vom äußeren Erscheinungsbild einer Pflanze auf deren Heilwirkung schloss, eine Wirkung zu. Paracelsus sagte: "Melisse ist von allen Dingen, welche die Erde hervorbringt, das beste Kräutlein für das Herz."

Der Name kommt sehr wahrscheinlich aus dem Griechischen (meli = Honig, Genitiv melitos), da Melisse früher in der Nähe von Bienenkörben angebaut wurde und eine der bevorzugten Futterpflanzen für diese Insekten ist und war.

Bekannte Inhaltsstoffe

Hydroxyzimtsäurederivate, Vitamin C, Rosmarinsäure, Chlorogensäure, Gerbstoffe, ätherische Öle (Citral, Geranial, Neral, Citronella), Carophyllen, Germacren, Bitterstoffe, Glykoside, Saponine, Thymol

Andere Namen

Goldmelisse, Herztrost, Zitronenkraut

Eigenschaften

appetitanregend, antibakteriell, antiviral, antifungal, beruhigend, schlaffördernd, schmerzlindernd, entspannend, krampflösend, verdauungsfördernd, leicht diuretisch.

Anwendungsgebiete (traditionell)

Herpes, Herpes Zoster,  Blähungen, Erkältungen, Fußpilz, Gallenbeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, Herzbeschwerden, Hüftleiden, Nervosität, Migräne, Mentruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Masern, Neuralgien, Ohrenschmerzen, Unruhe, Stress, Schlafstörungen, Zahnschmerzen, Schwangerschaftserbrechen

Bemerkungen

Der Konsum von 1 bis 1,5 L Melissentee täglich hat bei einigen Erkrankten mit Myalgischer Enzephalomyelitis (ME/CFS) eine deutliche, subjektiv empfunde Verbesserung des Gesamtzustandes bewirkt. Eventuell lässt sich dies auf die muskelentspannende, beruhigende, antimikrobielle und positive Wirkung auf die Nerven zurückführen.

 

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Bild Pfefferminze

Die Pfefferminze (Mentha piperita)  ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen und gehört zur Familie der Lippenblütler. Reste von Pfefferminze wurden in ägyptischen Gräbern gefunden. Kultivierung und Anwendung sind ungeheuer vielfältig, die heute bei uns vorwiegend bekannte Form ist eine eher zufällige Kreuzung im 17. Jahrhundert der Grünen Minze mit der Bachminze in England. Die positiven Eigenschaften dieser Kreuzung führten zur Kultivierung unserer heutigen Pfefferminze.

Zur Minze gibt es eine Sag: Hades, der Gott der Unterwelt verliebte sich bei einem Besuch auf der Welt in die Nymphe Minthe. Verblendet und begeistert vom Glanz des goldenen Wagens und der schwarzen Pferde ließ sich Minthe von Hades verführen. Königin Persephone, die Gattin des Hades bekam jedoch leider Wind von der Affäre und verwandelte Minthe aus Rache in eine Pflanze, die Pfefferminze.

Die Minze ist dem Planeten Venus zugeordnet und steht für Tugend und Leidenschaft. Im Altertum sprach Aristoteles der Minze aphrodisierende Wirkung zu. Man verwendete sie bei Ohrenschmerzen als Paste mit Honig angerührt und fand Verwendung als Schmerzmittel bei den Wehen. Im Mittelalter wurde die Minze breitflächig in vielen Klostergärten angebaut, dies hatte auch den Grund, dass die Minze schädliche Insekten von anderen Pflanzen fernhalten soll, unbestritten ist, dass sie tatsächlich bereits bei den Römern als "Raumduft" Verwendung fand, um Fliegen und andere Insekten zu vertreiben.

Minze ist Bestandteil von vielen Mundwässern und Zahnpflegeprodukten.

Die Ernte der Blätter erfolgt im Frühsommer vor der Blüte. Anbau und Kultivierung sind problemlos.

Bekannte Inhaltstoffe

ätherische Öle (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Enzyme, Valeriansäure

Andere Namen

Aderminze, Balsam, Edelminze, Englische Minze, Gartenminze, Peperminte, Teeminze

Eigenschaften

antibakteriell, beruhigend, entzündungswidrig, allgemein keimtötend, galletreibend, krampflösend, schmerzstillend, tonisierend

Anwendungsgebiete (traditionell)

Appetitlosigkeit, Blähungen, Brechreiz, Durchfall, Erkältung, Gallebeschwerden, Grippe, Herzschwäche, Magenkrämpfe,Magenschmerzen, Migräne, Mundgeruch, Nervenschmerzen, Nierenschwäche, Rheuma, Schmerzen, schlecht heilende Wunden, schmerzhafte Regel, Übelkeit, Verdauungsschwäche, Wechseljahre

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Bild Holunder

Der Holunder (sambucus nigra) ist eine der Pflanzen, um die sich zahlreiche Mythen und Geschichten "ranken". Allein der Gegensatz seiner weißen Blüten, die ab Mai an bis zu 6 Meter hohen Sträuchern zu sehen sind und der tiefschwarz-violetten Beeren, die in Dolden nur kurze Zeit später teilweise schon ab August zu sehen sind, lädt dazu ein, die Phantasie spielen zu lassen. Angeblich hat der Holunder seinen Namen von der germanischen Hausgöttin "Holla", die besonders im süddeutschen Raum und im Elsass verehrt wurde. Holla ist der schützende Hausgeist und so ist das Thema des Holunderbusches der Schutz. Zweige mit Dolden, die im Haus aufgehängt werden, sollen böse Geister vertreiben. Der Name von Frau Holle aus dem gleichnamigen Märchen soll ebenfalls auf den Holunder zurückgehen. Die Äste des Holunderstrauchs sind krumm und haben eine schorfartige Rinde, seine Schönheit beweist der Holunder, wenn er im Frühjahr weiß-unschuldig blüht.

Der alte Brauch, unter Holundersträuchern zu beten und zu opfern, wurde nach Verbreitung des Christentums bestraft und der Holunder bekam den Anstrich von Spuk und bösen Geistern.

In der Volksheilkunde ist Holunder nicht mehr wegzudenken und gilt als wahres Wundermittel der Natur. Verwendung finden vor allem die Blüten und die Dolden und es gibt fast keine Köstlichkeiten, die man nicht aus ihm herstellen kann, egal obTee, Saft, Milch, Holunderwasser, Likör, Marmelade, Wein, Kuchen, Küchle oder Limondade.

Schon Hippokrates schrieb dem Holunder abführende und harntreibende Wirkung zu, auch bei Paracelsus taucht der Holunder auf. Dioskorides verwendete die Blätter als Auflage bei entzündlichen Hautprozessen und die Wurzeln zur Behandlung von Ödemen. In der Naturheilkunde nutzt man sich bei den Blüten vor allem die schweißtreibende Wirkung.

Vorsicht ist geboten bei Verwechslungen mit dem Zwergholunder, der fast toxisch wirkt und zu heftigem Erbrechen und Durchfällen führen kann.

Bekannte Inhaltstoffe

Blüten: Sambunigrin (Blausäure-Glykosid), Triterpene, Triterpensäuren, Rutin, ätherische Öle, Flavonoide, Sterole, Cholesterin, Kaffeesäure, Schleimstoffe, Gerbstoffe und Mineralstoffe.

Früchte: Vitamin A, B1 und B2, C sowie Mineralstoffe, Essigsäure, Gerbsäure, Apfelsäure, Baldriansäure.

Blätter (nicht zum Verzehr geeignet): Sambucin, Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherische Öle, Harze, Flavonoide und Triterpene.

Rinde: Sambucin, Triterpene, Saponin, Phythämagglutinine, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Harze.

Andere Namen

Alhorn, Backholder, Betschel, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Flieder, Hölder, Holder, Holderbusch, Hollerbusch, Holler, Hollunder, Huskolder, Keilken, Kelkenbusch, Kischke, Schwarzholder

Eigenschaften

entzündungshemmend, anregend, immunstimulierend, blutreinigend, blutstillend, hartreibend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schweisstreibend

Anwendungsgebiete (traditionell)

Abwehrschwäche, Infektionserkrankungen, Fieber, Blasenentzündung, Ödeme, entzündliche Hauterkrankungen, Magen-Darmstörungen, sämtliche Entzündungsprozesse, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schmerzzustände, Quetschungen, Prellungen, Nierenschwäche, Rheuma und Arthritis

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Bild Ingwer

Der Ingwer (zingiber officinale) ist hauptsächlich bekannt durch seine Verwendung als Gewürz in der exotischen und asiatischen Küche. Mittlerweile erfreut er sich auch in Europa großer Beliebtheit.

Hauptanbaugebiete sind z.B. China, Malaysia oder Indien. Die zunehmend benötigten Mengen stammen hauptsächlich aus Anbaukulturen. Die Wildpflanze spielt so gut wie keine Rolle mehr.

Weniger bekannt war lange Zeit der Gebrauch als Heilpflanze. Ingwer werden trotz seiner Schärfe positive Wirkungen auf das Magen-Darm-System zugesprochen. Hauptanwendungsgebiete sind Übelkeit und Reiseübelkeit. Neben der Zubereitung als Tee stehen zunehmend Fertigpräparate in Kapsel- oder Tropfenform zur Verfügung. Ingwer gilt als erwärmend. Ebenfalls soll eine positive Eigenschaft für das Immunsystem bestehen.

Verwendung findet der Wurzelstock, der sich geweihartig im Boden ausbreitet. Die Ernte findet im Herbst statt.

Bekannte Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Zingiberen, Zingiberol, Gingerol, Shogaol

Andere Namen

Engeber, Gigiber, Imber, Inber, Immerwurzel

Eigenschaften

Anregung der Verdauungssäfte, magenstärkend, erwärmend, immunmodulierend, schleimlösend

Anwendung (traditionell)

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Reisekrankheit, Magengeschwüre, Krämpfe, Reizmagen, Kopfschmerzen

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